Die Geschichte Lutterbeck's

 

Die Geschichte dieses Ortes gliedert sich eigentlich in zwei Abschnitte. Die ältere und jüngere Ortsgeschichte trennt die völlige Zerstörung dieses Ortes in der großen Städtefehde. So waren um 1490 Lutterbeck und das etwa 1 km entfernt liegende Sevensen  verwüstete Ortschaften.
Die ältere Geschichte dieses sehr alten Ortes ist nur schwer fassbar. Aber um 1100 befand sich hier schon ein Wallhof. Die Schreibweise des Ortes variiert in alten Dokumenten: Lutterenbike (1275), Lutterbike (1277), Lutterenbeke (1306), Lutterbeke (1370). Die heutige Schreibweise taucht erstmals 1464 auf, variiert dann aber später immer noch.
Der o.g. Wallhof fiel um 1128/1129 bei der Stiftung des Klosters Amelungsborn (Siegfried IV. von Northeim) an dieses Kloster.  1251 kommt es in den Besitz von Heinrich Rebock. Dessen Sohn Arnold Rebock tritt es 1268 an den Erzbischof Werner v. Mainz ab, der es dann an Ludwig von Rosdorf verlehnt. Ludwig von Rosdorf verleihnte dann seine Zehntrechte in Lutterbeck an die Familie von Kerstlingerode und die Familie von Asche zu gleichen Teilen weiter. Durch Überlassung von Zehntanteilen gegen Ende des 12. Jahrhunderts an den Probst von Fredelsloh gelangt auch das Kloster Fredelsloh in den Besitz von zehntpflichtigem Land in Lutterbeck. 1362 verzichtet der Knappe Konrad von Asche aller Rechte und Ansprüche an der Gemarkung Lutterbeck.
In unmittelbarer Nachbarschaft zu Lutterbeck war die nur aus wenigen Häusern bestehende Siedlung Sevensen  entstanden. Zwischen beiden Ortschaften lag die Sevenser Mühle, die später in Lutterbeck aufging. Lutterbeck muß dann zu einem ansehnlichen Ort herangewachsen sein, denn es besaß schon vor der großen Fehdezeit eine eigene, dem St. Georg geweihte Kapelle, mit einem eigenen Pfarrer. In der großen Städtefehde wurden Lutterbeck und Sevensen völlig zerstört
In der neueren Geschichte muß wohl der Wiederaufbau Lutterbecks bald nach 1500 begonnen haben. Die Zerstörung hatten wohl nur die Sevenser Mühle und die Kapelle überstanden. Lutterbeck befindet sich dann im Lehensbesitz der Familie von Hevenhausen, der 1506 von Herzog Erich I. auch anderer Besitz in Moringen und Umgebung zum Lehen gegeben wurde. In den Folgejahren kommt es noch mehrfach zum Lehens- und Besitzwechsel von Lutterbeck. Schließlich kaufte 1594 Dr. Joachim Götz das Dorf und Lehenschaft zu Lutterbeck. Dieser Dr. Joachim Götz hatte am 13.07.1591 in Prag durch Kaiser Rudolf II. eine adlige Wappenverbesserung und Namensvermehrung erhalten und nannte sich fortan Götz von Olenhusen. 1595 belehnte der Herzog Heinrich Julius ihn mit der niederen Gerichtsbarkeit in Lutterbeck als Patrimonalgericht
Im 30-jährigen Krieg (1618 - 1648) wurde Lutterbeck nahezu vollständig verwüstet und die Dorfbevölkerung verstreut. Nur ein einziger, namens Düvel, verblieb am Ort und baute als erster wieder auf. Außer der Mühle überdauerte auch die Kapelle den langen Krieg, trug aber erhebliche Schäden davon, so daß sie 1736 abgebrochen und durch eine neue Kapelle ersetzt werden musste.
1689 zählte das Dorf schon wieder 81 Einwohner und 1806 waren es schon 148.
Das Lutterbecker Gut blieb schließlich bis 1866 im Beitz der Familie von Olenhusen. !866 erwarben die Einwohner Lutterbecks, mit wenigen Ausnahmen das Rittergut für 62.000 Taler, wobei die Käufer je nach Höhe ihres Kaufanteils die Ländereien unter sich verteilten. Der Kauf war infolge des "Ablösegesetzes" im Königreich Hannover möglich geworden. Die Stelle, auf welcher einst die Gutsgebäude standen und die umliegenden Gärten, heißt noch heute "Götzenhof".
Ebenfalls erhielt Lutterbeck im Jahr 1866 einen eigenen Kirchhof. Bis dahin wurden die Verstorbenen auf dem St. Martini Kirchhof in Moringen beigesetzt.
Als gegen Ende des II. Weltkrieges am 28.03.1945 der Nachbarort Fredelsloh durch einen Bombenhagel heimgesucht wurde, fielen bei Lutterbeck 8 zur Hilfe heranfahrende Northeimer Feuerwehrleute einem Tieffliegerangriff zum Opfer.

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